Zur Zeit arbeite ich an einer Handreichung zum KI-Gebrauch in der Philosophie. Hier ist ein Zwischenbericht zu dem Thema:
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Die KI kann nicht beanspruchen,dass für sie ein Existenzial wie Mitsein und Befindlichkeit irgendeine Rolle spielt. Für die Exiszenz, wie Heidegger sie in SuZ versteht, sind Mitsein und Befindlichkeit konstitutiv. Sie gehören zu Strukturganzen des Daseins.Entscheidend ist, dass dieses Dasein als In-der-Welt-sein ein existenzielles Selbstverhältnis ist. Dies geht über ein reflexives Selbstverhältnis hinaus. Dies mag KI für sich in Anspruch nehmen können: eine Denkmaschine, die sich denkend zu sich verhalten kann. Existieren heißt aber nicht nur Denken. Es meint, sich menschlich vollziehen können, als Möglichsein(auch ein Existenzial). So gesehen könnte man mit Heidegger sagen: die KI existiert eigentlich gar nicht. Sie ist ein Informations- und Denkding, mehr nicht. Sie haben recht: der Stil eines Menschen sagt etwas über ihn aus, seine unverwechselbare Besonderheit. Der Stil in Goethes“Wahlverwandschaften“ ist ein anderer als der in Thomas Manns „Zauberberg“. Der Stil der „Kritik der reinen Vermunft“ ist ein anderer als der in der „Phänomenologie des Geistes“. Obwohl es um allgemeine Sachverhalte zu gehen scheint, meldet sich die in der jeweiligen Person gründende Besonderheit zu Wort. Die jeweilige Person begegnet mir als Dialogpartner, so wie Sie gerade in ihrem Video. Die KI kann mir nie als lebendiges Gegenüber begegnen, als jemand, mit dem ich Verständnis und Freude teile. Das Wort „Philosophie“ ist ein Kompositum aus philos. und Sophia. Sophia ist eine Tugend, die wir als Menschen anstreben sollten. Sie bestimmt unsere Lebensführung in einer ganz bestimmten Art und Weise. Wenn es uns gelingt, diese Tugend ins Spiel zu bringen, kann es uns gelingen, ein gelingendes und gutes Leben zu führen. Sokrates sagt, es sei wichtiger Weise zu sein, als zu wissen, was Weisheit ist. Ich kann die KI fragen, was Weisheit ist oder nd vielleicht wird sie mir in weniger als einer Minute eine brauchbare Antwort liefern. Weise sein wird sie freilich nie können, weil sie kein existenzielles Verhältnis zu dem haben kann, was sie weiß. Ihr Wissen ist sozusagen totes Wissen. Sie lebt eben nicht, als handelndes Wesen in der Welt, im Mitsein mit anderen.Lieber Herr Lenz, ich danke Ihnen für die Inspiration🍀Herzliche Grüße Hans-Joachim Schroers
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